Schemannshof - Quelle Rotthauser Post

Der Schemannshof in der Rotthauser Post (1987)

Die Schemannstraße beginnt heute an der Straße Auf der Reihe und endet an der Achternbergstraße auf dem Gelände der früheren Zeche Dahlbusch, Schacht 6. Die Straße ist benannt nach dem Schemannshof, einem im Dorf Scheven gelegenen Hof. Das Dorf Scheven war neben dem Flecken Weindorf und den eigentlichen Rotthäuser Höfen auf der Reihe mit einer der Siedlungsursprünge für die Bauernschaft Rotthausen. In Scheven lagen die Höfe, Kotten und Gebäude weilerartig eng zusammen. Von mehreren kleinen Teichen floss die Schevenbecke nach Osten zum Schwarzbach.

Erste urkundliche Erwähnung findet der Schemannshof 1332 als hove to Scheven; 1538 heißt er Schevemann und etwa ab 1650 zunächst Schimann und dann Schemann. Der Schemannshof war der Pröpstin gehörig und teils dem Oberhof Nünning und teils dem Oberhof Nienhaus zehntpflichtig.
Rotthauser Bauernschaft um 1800
Die Bauerschaft Rotthausen um 1800 (PDF-Dokument, 777 KB)

Alte Urkunden enthalten eine Reihe von Hinweisen auf diesen Hof. Am 28. Oktober 1329 verkauft Werner von Stelle drei Morgen Ackerland zwischen Weindorf und Schyven an das Stift Stoppenberg. Im Jahre 1340 veräußern Hermann von Nünning und seine Schwester Kunigunde fünf Morgen Saatland bei Scheven an das Hospital in Essen mit dem Vorbehalt des Zinses von 2 1/2 Pfennigen an Adolf Altendorf. Am 22. Februar 1385 werden Ländereien der Villas Scheyven et Wedingtorpe genannt. Im Jahre 1397 ist Hans von Scheven mit anderen Hofesleuten des Oberhofes Nünning Zeuge und am 29. Mai 1429 wird wieder ein Hans von Scheven als Hofesgeschworenen daselbst genannt. 1538 wird der Schevemann to Rothusen erwähnt.

Im Jahre 1539 erhielt das Stift Stoppenberg einen Teil der Einkünfte des Hofes: der Priester Johannes Vymkenbrink von Münster, früher Kaplan an Sankt Johann zu Essen, erklärt am 3. März 1539, dass er "die Rente von zwei Malter guides harden schultkorns, die er von Hinrich Schevemann aus dessen Hof zu Scheven in der burschop Rothusen erworben hatte," für 22 Goldgulden dem Stift Stoppenberg verkauft habe.

Wer auf dem Hofe gesessen hat, ist für die folgenden Jahre ebenfalls bekannt:
  • 1565 Konrad Schevemann
  • 1577 Bernd Schemann und dessen Frau Gerdt
  • 1609 Diedrich Schevemann
  • 1643 Dietrichs Tochter und deren Gatte Friedrich Ottenkamp
  • 1643 Dietrichs zweiter Sohn Georg Schemann
  • 1650 dessen Frau Gertrud Keller
  • 1685 die Eheleute Johann Schevemann
  • 1688 Georg Schemann
  • 1711 Johannes Schemann und seine Ehefrau Catharina Volminghoff
  • 1732 die beiden Töchter Anne und Margret
  • 1782 Johann Theodor Schemann.
  • 1810 gehört der Hof dem Ganzbauer Wilhelm Schemann.
Um 1900 wurde das Gelände des Schemannhofes zu Bauzwecken aufgeteilt.

Von den weiteren in Scheven gelegenen Höfen ist noch der Plaers Kotten zu nennen, der später Steinfurts Hof heißt und über den wir in der letzten Rotthauser Post (Nr. 71 vom 10. Dezember 1986) berichtet haben. Weiter wird genannt der Pagehove, wahrscheinlich ein Pachthof, der zeitweise von Schemann gepachtet war. (Rotthauser Post 1987, PDF-Dokument, 1.536 KB)

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